Die „Great Ocean Road“ muss warten!

Es ging alles ganz schnell. In der Nacht bekam Wolfgang Fieber. Trotz Paracetamol ging die Temperatur nicht runter. Warum, konnten wir uns nicht erklären. Keine weiteren Symptome auf eine Erkältung oder sonst irgend etwas. Am Morgen, wir hatten für heute eine Strecke von ca. 250 km bis nach Port Campbell geplant, viel es Wolfgang schwer das Motorrad zu händeln. Aber das Fahren ging dann irgendwie doch. Wir machten viele Pausen aber es wollte nicht besser werden. Völlig erschöpft schaffte es Wolfgang dann noch bis zu unserer Unterkunft in Port Campbell. Wolfgang wollte sich nur noch ins Bett legen. Aber da sahen wir die Ursache für das Fieber. Eine komplette Entzündung des rechten Unterschenkels. Ähnliches glaubten wir, hatte Wolfgang sich mal  vor vier Jahren an der Ostsee eingefangen. Und das ist mit Paracetamol nicht in den Griff zu kriegen. Also ab ins Krankenhaus. Diesmal mit dem Taxi, mit dem Motorrad ging nichts mehr. Wir hofften, dass man uns nach einer kurzen Untersuchung mit guten Medikamente wieder ziehen ließ. Aber es kam anders als gedacht. Mittlerweile hatte sich Wolfgangs Zustand verschlechtert. Er musste in den Emergency Room, vergleichbar mit unserer Intensivstadion. Das ganze medizinische Programm was man sich so vorstellen kann, wurde abgewickelt. Man hatte den Verdacht, dass Wolfgang von einer Schlange oder Spinne gebissen worden sei. Vorweg, diese Frage konnte nicht mehr geklärt werden. Wir gehen immer noch davon aus das es „einfach“ nur ein Erysipel war. Irgendwann, Wolfgang war immer noch der Meinung er kuriert sich in der Unterkunft aus, eröffnete die Ärztin Petra, dass es sein könnte das Wolfgang an dieser Erkrankung sterben könne. Der Blutdruck viel auf 58 zu 27. Petra bekam ein Bett und durfte die Nacht mit wachen. Am anderen Morgen hatte sich der Blutdruck etwas stabilisiert. Auch wurden die Blutwerte besser. Das Fieber blieb und so auch Wolfgang im Krankenhaus. Jetzt wurde es langsam knapp mit dem Rückflug. Die Ärzte taten alles, Wolfgang so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu bringen. Dennoch waren sie nicht bereit, ihn vor Ablauf von weiteren 3-4 Tagen Krankenhausaufenthalt zu entlassen. Das tat Wolfgang dann auf eigene Verantwortung selbst. Ausgerüstet mit einem Powerpacket an Antibiotikum und Schmerzmittel ging es weiter, mit dem Leihwagen nach Melbourne. Während Petra alles organisierte ( Motorräder nach Melbourne, Leihwagen zurück, mit BMW Inspektion und Reifenwechsel klären und und und ) verbrachte Wolfgang einen ruhigen Tag im Hotelbett. In der Nacht von Freitag  auf Samstag ging es dann um 2.30 Uhr zum Flughafen Melbourne. Vor uns lagen vierzehn Stunden Flug nach Dubai. Zuvor hatten die Ärzte im Krankenhaus Petra bearbeitet, dass Wolfgang nicht flugfähig sei. Sie müsse ihn davon abbringen zu fliegen. Am Freitag rief dann auch noch ein Arzt vom ADAC an, der das Ganze noch einmal wiederholte. Alles sicherlich lieb gemeint. Aber man muss auch sich selbst vertrauen und spüren was geht und was nicht. Wolfgang hatte keine Sekunde gezögert ins Krankenhaus zu fahren, aber jetzt war er davon überzeugt und fühlte, dass es ihm viel besser ging. Also war die Entscheidung nicht unvernünftig, sondern wohl überlegt. Und Glück hatten wir dann auch wieder. Der riesige Flieger war völlig unterbelegt, so dass die Passagiere, die wollten, sich in die Mitte des Fliegers auf vier Sitzen ausbreiten konnten. So hat Wolfgang fast vierzehn Stunden im Flugzeug, nur unterbrochen um zu Essen und zu Trinken, gut gelegen und geschlafen. Gut ausgeruht kamen wir in Dubai an und der Rest nach Düsseldorf war dann nur noch ein „Klacks“.  In Düsseldorf holten Angela und Karsten uns ab und so sind wir wohlbehalten in Solingen angekommen. Die „Great Ocean Road“ muss halt bis nächstes Jahr warten.

Wat wells de maache? Et kütt wie et kütt.

Aber ganz Wichtig!!!

Et hätt noch emmer joot jejange.

 

 

 

 

9 Kommentare

  1. Hallo Ihr Lieben,
    das was passiert ist haben wir uns gedacht. Moped defekt… etc.
    Aber sowas akutes …
    Schön das Ihr wieder hier seit !
    Wünschen Wolfgang gute Besserung !
    LG Conny & Manni

  2. Andrea Crombach

    November 1, 2017 at 8:22 am

    Hey! Herzlich willkommen in der Heimat! Super, dass ihr das geschafft habt. Hört sich ja wirklich dramatisch an euer Abschied in Australien. Petra, war ja echt eine logistische Glanzleistung von dir! Kann es gut nachempfinden, hab sowas Ähnliches, allerdings nur mit einem Wohnmobil, in Kanada mal stemmen müssen.
    War es denn jetzt irgendein Biss? Und gehts ihm weiterhin besser? Toi toi toi ✊️ Viele Grüße von Werner und Andrea

  3. Wolfgang Remmel

    November 1, 2017 at 8:36 am

    Wir denken es war kein Biss!
    Es ist alles auf einem guten Weg!
    Lieben Dank und Grüße
    auch an Werner.

  4. Das dicke Ende kommt am Schluss. Ihr hattet bis dahin eine super Zeit und , Gott sei Dank, ist das dann auch gut ausgegangen. Schön das ihr halbwegs gesund zurück seid. Schade das ich jetzt keine neuen, spannenden Reiseberichte mehr lesen kann…….
    Ich hoffe ihr, besonders Wolfgang, erholt euch schnell und gewöhnt euch wieder an das geregelte, städtische Leben in Deutschland. Sehen wir uns beim Grünkohl Essen bei Helmut ?

  5. Hallo ihr 2,
    bekomme jedesmal Gänsehaut wenn ich euere Bilder sehe.
    Da schießen ettliche Erinnerungen durch meinen Kopf 🙂
    OZ ist einfach ein traumhaftes Land 🙂
    Wann genau geht’s bei Euch wieder weiter?

  6. Andrea Rohde-Ott

    Februar 25, 2018 at 11:20 am

    Ich hoffe ihr seid gut angekommen,ich wünsche euch eine schöne 2.Etappe.Und diesmal ohne Zwischenfälle.

  7. 28.02.2018 – hier in Europa noch, bei euch schon 1.3. – egal
    Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag
    Ursula

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