Kategorie: Australien 2017

Die „Great Ocean Road“ muss warten!

Es ging alles ganz schnell. In der Nacht bekam Wolfgang Fieber. Trotz Paracetamol ging die Temperatur nicht runter. Warum, konnten wir uns nicht erklären. Keine weiteren Symptome auf eine Erkältung oder sonst irgend etwas. Am Morgen, wir hatten für heute eine Strecke von ca. 250 km bis nach Port Campbell geplant, viel es Wolfgang schwer das Motorrad zu händeln. Aber das Fahren ging dann irgendwie doch. Wir machten viele Pausen aber es wollte nicht besser werden. Völlig erschöpft schaffte es Wolfgang dann noch bis zu unserer Unterkunft in Port Campbell. Wolfgang wollte sich nur noch ins Bett legen. Aber da sahen wir die Ursache für das Fieber. Eine komplette Entzündung des rechten Unterschenkels. Ähnliches glaubten wir, hatte Wolfgang sich mal  vor vier Jahren an der Ostsee eingefangen. Und das ist mit Paracetamol nicht in den Griff zu kriegen. Also ab ins Krankenhaus. Diesmal mit dem Taxi, mit dem Motorrad ging nichts mehr. Wir hofften, dass man uns nach einer kurzen Untersuchung mit guten Medikamente wieder ziehen ließ. Aber es kam anders als gedacht. Mittlerweile hatte sich Wolfgangs Zustand verschlechtert. Er musste in den Emergency Room, vergleichbar mit unserer Intensivstadion. Das ganze medizinische Programm was man sich so vorstellen kann, wurde abgewickelt. Man hatte den Verdacht, dass Wolfgang von einer Schlange oder Spinne gebissen worden sei. Vorweg, diese Frage konnte nicht mehr geklärt werden. Wir gehen immer noch davon aus das es „einfach“ nur ein Erysipel war. Irgendwann, Wolfgang war immer noch der Meinung er kuriert sich in der Unterkunft aus, eröffnete die Ärztin Petra, dass es sein könnte das Wolfgang an dieser Erkrankung sterben könne. Der Blutdruck viel auf 58 zu 27. Petra bekam ein Bett und durfte die Nacht mit wachen. Am anderen Morgen hatte sich der Blutdruck etwas stabilisiert. Auch wurden die Blutwerte besser. Das Fieber blieb und so auch Wolfgang im Krankenhaus. Jetzt wurde es langsam knapp mit dem Rückflug. Die Ärzte taten alles, Wolfgang so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu bringen. Dennoch waren sie nicht bereit, ihn vor Ablauf von weiteren 3-4 Tagen Krankenhausaufenthalt zu entlassen. Das tat Wolfgang dann auf eigene Verantwortung selbst. Ausgerüstet mit einem Powerpacket an Antibiotikum und Schmerzmittel ging es weiter, mit dem Leihwagen nach Melbourne. Während Petra alles organisierte ( Motorräder nach Melbourne, Leihwagen zurück, mit BMW Inspektion und Reifenwechsel klären und und und ) verbrachte Wolfgang einen ruhigen Tag im Hotelbett. In der Nacht von Freitag  auf Samstag ging es dann um 2.30 Uhr zum Flughafen Melbourne. Vor uns lagen vierzehn Stunden Flug nach Dubai. Zuvor hatten die Ärzte im Krankenhaus Petra bearbeitet, dass Wolfgang nicht flugfähig sei. Sie müsse ihn davon abbringen zu fliegen. Am Freitag rief dann auch noch ein Arzt vom ADAC an, der das Ganze noch einmal wiederholte. Alles sicherlich lieb gemeint. Aber man muss auch sich selbst vertrauen und spüren was geht und was nicht. Wolfgang hatte keine Sekunde gezögert ins Krankenhaus zu fahren, aber jetzt war er davon überzeugt und fühlte, dass es ihm viel besser ging. Also war die Entscheidung nicht unvernünftig, sondern wohl überlegt. Und Glück hatten wir dann auch wieder. Der riesige Flieger war völlig unterbelegt, so dass die Passagiere, die wollten, sich in die Mitte des Fliegers auf vier Sitzen ausbreiten konnten. So hat Wolfgang fast vierzehn Stunden im Flugzeug, nur unterbrochen um zu Essen und zu Trinken, gut gelegen und geschlafen. Gut ausgeruht kamen wir in Dubai an und der Rest nach Düsseldorf war dann nur noch ein „Klacks“.  In Düsseldorf holten Angela und Karsten uns ab und so sind wir wohlbehalten in Solingen angekommen. Die „Great Ocean Road“ muss halt bis nächstes Jahr warten.

Wat wells de maache? Et kütt wie et kütt.

Aber ganz Wichtig!!!

Et hätt noch emmer joot jejange.

 

 

 

 

It`s time to say goodbye

Gestern Abend sind wir von Kangaroo – Island nach Cape Jervis übergesetzt. Dort haben wir in einem kleinen Bauernkotten übernachtet. Am frühen Morgen weckte uns der Hahn mit seinem lautem Krähen und wir machten uns auf den Weg nach Mont Gambier. Seit dem wir Kangaroo – Island verlassen haben wird das Gefühl, jetzt auf dem Weg nach Hause zu sein, immer stärker. Der Wetterbericht verstärkte diese melancholische Stimmung mit seinen düsteren Prognosen. Aber der angekündigte Regen für heute blieb dann doch erst mal aus.

 

Im Gegenteil wir hatten heute noch einmal einen richtig schönen sonnigen Fahrtag und das mit der Melancholie hielt sich auch in Grenzen.

Unterwegs mussten wir noch schnell dieses Verkehrsschild fotografieren. Hätten wir fast vergessen.

Unser Weg führte uns durch Kingston. Dort wollte ein Restaurantbesitzer seinen Hummer – Umsatz  mit diesem Tierchen steigern.

 

Der Hummer steht noch da. Das Restaurant zwar auch, aber leider zum Verkauf. So wurde aus unserer geplanten Hummermahlzeit dann doch nichts und wir mussten uns mit einem Sandwich von Subway  an der Tankstelle trösten. Erst gegen Abend bewölkte es sich dann doch sehr stark, aber wir sind noch trockenen Hauptes in unserer Unterkunft angekommen. Morgen geht es weiter nach Port Campbell und damit sind wir dann auch schon auf der „Great  Ocean Road“ angekommen, dem letzten landschaftlichen Highlight unserer Reise.

Ein Tag auf dem Mary River.

Wie schon angekündigt sind wir gestern Morgen auf eigen Faust mit einem kleinen Boot mit Außenbordmotor auf dem Mary River gefahren.

Gut drei Stunden waren wir unterwegs und haben unser „eigenes“ Krokodil dabei entdeckt, eigentlich drei aber die anderen waren zu schnell abgetaucht, sodass wir keine Fotos schießen konnten. War auch nicht nötig, denn mittlerweile haben wir auch schon eine ganze Menge Krokodil-Fotos und am Abend sollten bei der geführten Tour noch ein paar dazu kommen.

Die geführte Tour endete mit einem berauschenden Sonnenuntergang und vielen tollen Eindrücken.

Wir waren zu dieser Tour am Corroboree Roadhouse abgeholt worden und mussten nun bei stockfinsterer Dunkelheit 24 km zurück zu unseren Campground fahren. Das war alles kein Problem. Wir hatten Zeit und sind gemütlich mit ca. 50 km/h zurück gefahren. Schneller haben wir uns nicht getraut, wegen der wirklich vielen Kängurus die sich hier mit einem die Straße teilen. Nur ein großer Road Train überholte uns, dem wir aber auch brav Platz gemacht hatten, wofür er sich mit einem freundlichen Blinken bedankte. Übrigens, entgegen so vieler anderer Darstellungen haben wir die Road Train Fahrer und Fahrerinnen bisher als sehr rücksichtsvoll und hilfsbereit erlebt. Heute wollen wir nur „Abhängen“, um dann Morgen weiter in den Kakadu NP zu fahren. Der Wetterbericht für die nächsten Tage sagt Temperaturen von ca. 38 Grad Celsius und kein Regen voraus. Damit bleibt also alles wie gewohnt.

Auf den letzten Kilometern in West-Australien

Wir sind auf dem Weg West-Australien zu verlassen. Eigentlich wollten wir ein kleines Stück Gibb River Road zur Windjana Gorge  und dann eine etwas längere Piste über Tunnel Creek nach Fitzroy Crossing fahren. Aber das haben wir gestrichen. Zu stark sind die Aussetzer an Petra`s Motorrad, als dass man damit auf den Pisten sicher fahren kann. Also haben wir uns fast direkt nach Fitzroy Crossing aufgemacht. Nur ein kleiner Schlenker nach Derby, um den Prison-Tree, einen großen alten innen ausgehöhlten Boab-Baum, anzuschauen.

In seinem Inneren sollen  früher  versklavte Aboriginals  eingesperrt worden sein. Wir waren bei 39 Grad im Schatten dort. Es ist noch Frühling. Kaum vorzustellen wie ein Gefangener dort im Sommer gelitten haben muss. In Fitzroy Crossing  sind wir etwas geschafft durch die Hitze gegen 16.00 Uhr angekommen. Als wir unser Zelt aufbauten kam ein netter Australier aus seinem Wohnmobil und brachte uns erst einmal ein eisgekühltes  Bier. Das fanden wir doch echt nett. Der Platz  liegt direkt am Buschland und wird von einer Menge Wallabys besucht.

Das untere Bild zeigt ein wichtiges Hinweisschild das Fire Danger Rating Sign. Das gilt auch für alle Touristen. Je nach Einstufung der Feuergefahr wird der Zeiger auf die entsprechende Position gedreht. Jede Gefahrenstufe hat eine bestimmte Bedeutung. Der aktuelle Zeigerstand bedeutet z.B. dass jedes offene Feuer zur Zeit verboten ist.

Morgen soll es früh losgehen. Wir wollen direkt nach  Kununurra  fahren . Das sind  voraussichtlich recht eintönige 658 km  Great Northern Highway. Die Temperatur wird laut Wetterbericht bei ca. 38 Grad im Schatten liegen. Das Problem, es gibt keinen Schatten. Wir haben uns etwas von den Australiern abgeguckt. Wir frieren ein Teil Trinkwasser ein und haben dann einen Eisblock zum Kühlen unserer Getränke. Einen Gefrierschrank und Kühlschrank gibt es auf jedem Campingplatz.

 

 

 

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