Monat: März 2018

Katoomba – Sydney – Auf Wiedersehen Australien

Es regnete 2 1/2 Tage ununterbrochen. Jetzt aber scheint wieder die Sonne in voller Pracht. Zwei Tage mal nur Relaxen haben wirklich gut getan, aber jetzt ist es Zeit etwas zu unternehmen. Wir wandern in das Jamison Valley hinab.

Ein wunderschöner, aber nasser und rutschiger Wanderweg führt steil in das Tal.

Aber die Mühe lohnt sich. Es ist einfach schön hier.

Viele kleine Wasserfälle plätschern die Felsen hinunter.

Zwischendurch kann man an solch geschützten Rastplätzen neue Kräfte sammeln. Wohlgemerkt wir wandern bergab. Schon irgendwie lustig, aber das ist alles ganz schön anstrengend.

Zum Glück braucht man den steilen Pfad nicht wieder hinauf klettern. Die steilste Standseilbahn der Welt bringt uns mit einer Steigung von bis zu 52 Grad wieder nach oben.

Im Jahre 1880 war sie ursprünglich für den Transport von Bodenschätzen gebaut worden. Heute ist diese Bahn eine Touristenattraktion. Am Ziel angekommen entdecken wir diese „Dampfuhr“.

Für den heutigen Tag ist erst einmal Schluss. Wir sind froh wieder in unserer Cabin zu sein. Auf der Veranda sitzen, Kaffee zu trinken und den Vögeln zu sehen, wie sie ihr Abendbrot picken, macht Spaß.

Am nächsten Tag sollte es eigentlich wieder auf eine tolle Wanderung gehen, aber in der Nacht hatte Wolfgang extrem starke Schmerzen bekommen. Wieder wussten wir nicht weshalb und warum, wieder einmal war ein Krankenhausbesuch nicht zu vermeiden.

Diesmal konnte allerdings nach einigen Untersuchungen Röntgen, CT usw. schnell mit entsprechenden Mitteln geholfen werden. Wolfgang war seit mehr als 32 Jahren nicht mehr in einem Krankenhaus stationär behandelt worden. In Australien in so kurzer Zeit gleich zweimal, das war, so fanden wir, dann doch irgendwie kurios. Gestern haben wir noch die Motorräder beladen und heute morgen ging es dann auf die letzten 115 Kilometer nach Sydney. Unterwegs hatten wir noch ein nettes Erlebnis mit der Polizei. Ein Polizist ließ es sich nicht nehmen Petra beim Einparken zu helfen. Fotografieren konnten wir leider nur die Polizeimotorräder.

In Sydney angekommen fuhren wir direkt zu Spedition, um unsere Motorräder zu verladen.

Nach drei Stunden Schufterei hatten wir alles gut verpackt. Die Jungs sollten eigentlich helfen, waren dann aber nach dem „Fotoshooting“ irgendwie verschwunden.

 

Aber am Ende hat der eine dann doch noch geholfen die schweren Deckel auf die Kisten zu heben und alles zu „verschließen“.

Mit dem Taxi ging es dann zum Hotel.

Wir hatten vor zwei Jahren hier unseren Abschied von Australien geplant. Das Hotel liegt in den „Rocks“.

Genau von hier aus nahm die Besiedlung Australiens durch die Europäer ihren Lauf. Auf solch historischen Boden ließ sich gut noch ein paar Tage Abschied nehmen. Wir machten ausgedehnte Spaziergänge, fuhren mir dem Top Deck Bus durch die Stadt, machten an der ein oder anderen Stelle halt und genossen die Zeit. Die lernende Schulklasse darf nicht fehlen. Der Lehrer oder die Lehrerin sind hier vermutlich wegen des Straßenlärms mit einem Headset ausgerüstet und können die Kinder durch einen Lautsprecher gut erreichen. Uns ist aufgefallen, dass die Kinder immer eine Menge Spaß bei der Sache hatten, auch durften sie ausgelassen sein. Aber wenn die Lehrkraft dann irgendwelche Anweisungen gab wurden diese mit großer Disziplin ausgeführt. Das war auffällig bei allen Kinder-  und Jugendgruppen in ganz Australien.

Das Quenn Victoria Building hat uns super gefallen mit all den vielen  schönen Geschäften.

Mal ein ganz anderes Kriegsdenkmal. Gar nicht so martialisch wie man sie sonst so kennt. Das El Alamein Fountain im Fitzroy Gardens.

Sydney Central Railway Station mit dem über 74 m hohem Uhrenturm, der größte Bahnhof Australiens, mit 25 aktiven Gleisen.

 

Das ist was für ganz Mutige, ein Spaziergang über die Harbour Bridge auf den Stahlbögen der Brücke. Wir haben uns mit dem Aufstieg auf einen der vier Brücken-Pylonen beschränkt.

Auch schipperten wir mit den „öffentlichen Verkehrsmitteln“ durch den Hafen. Die wahrscheinlich preiswerteste Art einer Hafenrundfahrt, aber wohl auch die Originellste wie wir finden.

Abends ging es dann auf die Dachterrasse des Hotels. Von hier aus konnte man die Kreuzfahrtschiffe beim Ablegen beobachten.

Überhaupt war die Aussicht grandios. Jeden Abend wurde gegen halb neun Uhr auf einem Hochhaus gegenüber ein kleines Feuerwerk gezündet.

Bert und Constanze aus Chicago haben wir auch dort getroffen. Sie kamen gerade von einer Biketour aus Neuseeland. Wie man unschwer an Bert`s T-Shirt erkennt waren sie natürlich mit den „falschen“ Motorrädern unterwegs.

Genau gegenüber von unserem Hotel gab es einen „Italiener“ und schaut mal genau hin wann das Haus gebaut wurde.

Klar, dass wir hier Spagetti gegessen haben. Wir hatten uns für Australien Geldkarten, ähnlich unserer EC-Karten bei der Westpac – Bank geholt. Das dazu notwendige Konto war ein Jahr kostenlos, das mussten wir noch schließen. Das haben wir in dieser Filiale gemacht. Hat uns gut gefallen. Der kleine museale Bereich erinnerte uns an die Bank der Zwerge in den Harry Potter Filmen. Und tatsächlich war der erste Bankangestellte der uns über den Weg lief mehr als ein Kopf kleiner als Wolfgang und das will was heißen.

Das Geldfach war aber nicht von Voldemort geplündert. Heute ist Karfreitag und ein Pilot hat diese Art gewählt um darauf Aufmerksam zu machen.

Jetzt sitzen wir am letzten Abend in Australien auf „unserer Dachterrasse“ und schreiben noch einmal im „Reisetagebuch“.

Wir werden bei Gelegenheit sicherlich noch mal einen Nachtrag in unser Reisetagebuch schreiben der auch  Informationen für all diejenigen enthalten soll, die Ähnliches  mit dem Motorrad in Australien planen. Wir hoffen, dem ein oder anderen hat diese für uns „neue“ Art der Reiseerzählung ein wenig gefallen. Bei allen die uns mit ihren Kommentaren begleitet und uns dadurch auch Mut gemacht haben möchten wir uns ganz herzlich Bedanken. Auch gilt unser besondere Dank allen die uns in so vielen Dingen geholfen haben. Vorerst sagen wir:

Tschüss bis bald!

Frohe Ostern

wünschen euch Petra und Wolfgang !!!

 

Über die Hauptstadt Canberra in die Blue Mountains

Am Rande des Weges in die Blue Montains liegt die „ungeliebte“ Hauptstadt Australiens, Canberra. Nach dem sich die Städte Melbourne und Sydney nicht einigen konnten, wer denn nun die Hauptstadt Australiens werden sollte, entschied sich das Parlament für die Gründung einer gänzlich neuen Stadt. Canberra ist eine Stadt, die vollständig am Zeichenbrett entwickelt wurde. Im Jahre 1913 wurde sie auf dem Papier gegründet. Im selben Jahr begannen die Bauarbeiten. 1927 wurde Canberra dann zur Hauptstadt von Australien gekürt. Sie liegt in einer wunderschönen Landschaft, in einer Klimazone die alle Jahreszeiten kennt, also sehr gemäßigt ist. Wir fanden die Stadt eigentlich schön und bereuten den Besuch nicht. Besonders gefiel uns auch das neue  Parlament.

Einer Besichtigung geht  zwar ein Sicherheitscheck voraus. Aber die Kontrolle ist typisch australisch, zwar gewissenhaft, aber wie immer sehr freundlich. Überhaupt ist alles sehr familiär, kein Massenandrang, absolut hilfreiches Personal und keine Schlangen oder Wartezeiten. Und was natürlich nicht fehlen darf, eine Schulklasse die nach der Besichtigung direkt mit den Notizen für die anschließende Schularbeit beginnt.

Nach unserer kurzen Stippvisite fahren wir noch ca. 100 km um in Goulburn auf den Weg zu den Blue Mountains eine Übernachtung einzulegen. Goulburn wurde im Jahre 1833 als Zentrum der Schafzucht gegründet. Eine wirklich kleine, hübsche Stadt mit sehr vielen schönen, alten Gebäuden. Das größte Bauwerk ist allerdings das „Big Merino“ und unterstreicht imposant die Wichtigkeit der gleichnamigen Schafe und deren Wolle für die Stadt und die ganze Region.

Am nächsten Tag geht es weiter zu den Blue Mountains. Eine der Hauptattraktionen der Blue Montains sind die „drei Schwestern“, eine Felsformation, die sich über das Jamison Valley türmt.

Die Nähe zu Sydney (ca. 115 km) erklärt die Besuchermassen. Überwiegend Chinesen bestimmen das Bild.

Aber auch die obligatorische Schulklasse ist wieder zu sehen.

Kein Zweifel, es ist wunderschön hier! Am Abend haben wir ein kleines Erlebnis der besonderen Art. Ein paar heruntergefallene Brotkrümmel locken einen ganzen Schwarm Gelbhaubenkakadus an. Auf der Veranda, den umliegenden Bäumen und Häusern wartend, starten sie auf einmal zum Angriff. Kurzzeitig waren es wohl mehr als zwanzig Kakadus, die sich auf unserer  kleinen Veranda tummelten- ein bisschen Hitchcock auf australisch.

Gelbhaubenkakadus sind überaus intelligent. Sie leben in großen Schwärmen, in denen sie ein ausgeprägtes Sozialverhalten entwickeln. Sie können über achtzig Jahre alt werden.

Wir haben schon am Lake Hume eine „Cabin“ für sieben Übernachtungen in Katoomba gebucht. Denn von hier aus lassen sich schöne Wanderungen und kleine Exkursionen unternehmen. Hätten wir nicht schon Tage im voraus gebucht, es wäre alles ausgebucht gewesen. Für uns ist unser früher Entschluss hier längere Zeit zu verweilen doppelt gut. Erst einmal ist es hier sehr schön und zum anderen erleben wir zum ersten Mal auf unserer Reise Regen, der auch am Tag fällt und das nicht zu knapp. Seit gestern Abend regnet es in Strömen. Stört uns aber nicht, denn wir sitzen im Trockenen und wollen ohnehin heute nichts unternehmen.

Im  Gegenteil, irgendwie freut es uns, dass unsere Planung so ins Schwarze getroffen hat. Wir empfinden es als großes Glück, dass wir so viele Tage durch Australien fahren konnten, ohne dass wir auch nur einmal schlechtes Wetter hatten.

Wir sind 85 Tage bei schönem Wetter Motorrad gefahren.

Und wenn die Wetterprognose stimmt, werden wir auch trocken in Sydney ankommen, aber soweit sind wir ja noch nicht. Für uns ist der Aufenthalt hier auch ein Stück vom Ende unserer Reise. Wie schon erwähnt liegt Sydney, die Endstation unserer Australienreise, nur ca. 1,5 Fahrstunden entfernt. Es ist für uns die Möglichkeit ein paar Dinge zu ordnen, sowohl im tatsächlichen, wie auch im geistigen Gepäck. Automatisch zieht man ein erstes Resümee. Auch wenn unsere Reise bald zu Ende geht, wissen wir die letzten Tage hier in der Natur noch einmal voll zu genießen. Sydney, und damit die Schnelligkeit und Geschäftigkeit  des Alltags, erreichen wir noch schnell genug.

Snowy Mountains – Mount Kosciuszko

Wir machen uns auf den Weg in die Snowy Mountains. Zunächst einmal etwas holperig. Nach ca. 18 km Fahrt wird Petra von einer Biene gestochen. Den Stachel konnten wir selber herausziehen. Schmerzhaft ist so eine Geschichte aber schon. So legten wir zwei Kilometer weiter eine kleine Rast ein. Dort merkte Wolfgang dann, dass er seinen Rasierapparat in der Unterkunft vergessen hatte.  Also fuhr Wolfgang noch mal kurz zurück, während sich Petra noch ein wenig erholen konnte. Es geht weiter, wir fahren über herrliche, kurvenreiche Straßen nach Thredbo. Diese kleine Stadt mit nur 500 Einwohnern ist an diesem Wochenende zur Hauptstadt der Zweiräder mutiert. Über 200 Teilnehmer der BMW  GS Safari Kosciuszko veranstaltet vom BMW Motorcycle Club ACT beenden hier gerade ihre Rallye.

Als wir mit unseren voll bepackten Motorrädern eintreffen ist kaum noch ein Platz für unsere Motorräder zu finden. Vor einem kleinen Hotel, welches wir für die zwei übernächsten Nächte gebucht hatten, machen uns ein paar nette Biker etwas Platz.

Übernachten müssen wir aber erst einmal in der Jugendherberge. Für diese Nacht ist alles andere ausgebucht. Am Samstag geht es mit dem Sessellift auf den Mount Kosciuszko. Zunächst einmal bis auf 1930 m Höhe.

Den Rest von 298 Höhenmetern müssen wir uns aber dann doch mit einem 13 km langen Fußmarsch erobern. Diese Wanderung gilt allgemein als recht leicht. Trotzdem wurden wir Zeuge von zwei Abtransporten zusammengebrochener Wanderer. Auch wir waren ganz schön erschöpft, als wir den Gipfel endlich erreicht hatten.

Aber die herrliche Weitsicht und natürlich die Tatsache, dass wir wenigstens auf einem Kontinent dieser Erde auf den höchsten Berg gestiegen waren entschädigten für alles.

Zurück ging es dann recht beschwingt wieder zur Sesselliftstation. Auch „kleine Dinge“ kann man hier entdecken.

Bequem schwebten wir dann wieder zurück ins Tal. Hier müssen wir noch nachtragen, dass nicht nur motorisierte Zweiräder das Stadtbild beherrschten, sondern die eigentlichen Könige der Zweiräder sind hier ganz eindeutig die Down Hill Fahrer.

Hunderte, vor allem jugendliche Mountainbiker rasen hier den Berg hinunter. Bergauf ging es dann mit dem Lift. Die Lifte verfügten über praktische Fahrradhalter. Ein Blick ins „Fahrerlager“.

 

 

Lake Hume

Von der „Great Ocean Road“ geht es landeinwärts. Unterwegs trinken wir in der alten Goldgräberstadt Ballarat  noch einen „Flat White“, unser Favorite  in Sachen Kaffee.

Beim Zubereiten von leckeren  Kaffeegetränken stehen die Australier den Italienern in nichts nach. Die Angebotsvielfalt ist sogar noch reichhaltiger. Weiter geht es durch endloses Farmland bis in die Nähe von Albary zum Lake Hume.

Die Temperatur am Morgen lag bei angenehmen 22 Grad. Unterwegs erreichte das Thermometer allerdings 36,5 Grad

und das blieb dann auch bis zur unser Ankunft am Lake Hume so. Hier werden wir heute unsere Zelte aufschlagen. Das ist in diesem Fall allerdings nur im übertragenen Sinne gemeint. Tatsächlich buchen wir zunächst für zwei Übernachtungen eine kleine „Cabin“. Kostet nur geringfügig mehr als die Zeltplatzgebühren, ist aber voll klimatisiert. Und das wissen wir zu schätzen bei den Temperaturen! Dieser Campground gefällt uns so gut, dass wir heute die Buchung bis Freitag verlängert haben.

Dann haben wir erst mal eingekauft und zwar erstmalig bei ALDI. War ein großer neuer Laden und die Auswahl an Obst und Fleisch und sonstigem vom Feinsten. Auch war das ganze Ambiente völlig anders als bei uns in Deutschland. Heute Abend haben wir dann ein wenig gegrillt

und es uns gut gehen lassen.

Wir melden uns dann mal wieder wenn es weiter in die Snowy Mountains geht. Jetzt ist erst einmal total relaxen angesagt.

Die Poolanlage ist übrigens nur 20 m von unserer Hütte entfernt und macht einen schönen Eindruck. Bis dann dann! ( frei nach Robert Gernhardt )

PS: Dieser Platz ist ein idealer Ausgangspunkt in die Snowy Montains. Traumhafte Lage und das bei moderaten Preisen und vor allem einer absolut netten Platzführung. Ein wenig hat uns die Atmosphäre an Western Australien erinnert.

Die „Great Ocean Road“ hat gewartet

Wir sind pünktlich um 6.00 Uhr in den Hafen von Melbourne eingelaufen. Trotz der verspäteten Abfahrt in Tasmanien. Es ist erst 6.30 Uhr als wir den Hafen von Melbourne in Richtung Great Ocean Road verlassen. Es ist 18 Grad warm. Aber nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt fällt die Temperatur auf 10,5 Grad. Unsere Visiere beschlagen zum Teil so, dass wir streckenweise nur noch mit offenem Visier fahren können. Aber diese kleinen Schikanen der Natur sind mit aufgehender Sonne schnell überwunden. Schon bald nähert sich die Temperatur der 20 Grad Grenze und es bedarf nur eine halbe Stunde Sonnenschein und es herrschen angenehme 24 Grad. Nun ist es gleich so weit wir erreichen gegen 9 Uhr endlich die „Great Ocean Road“.

War es uns im letzten Jahr, im Nachhinein betrachtet, auf doch recht dramatische Weise nicht vergönnt gewesen, diese berühmte Küstenstraße zu erreichen. So liegt sie jetzt endlich vor uns. Beinahe 220 km lang führt sie in großen Abschnitten direkt an der Küste entlang oder schneidet sich durch den Schatten spendenden Regenwald.

Wir entschließen uns die Sache langsam angehen zu lassen und kehren ein in diesem schönen kleinen Cafe direkt an der Mündung eines Flusses in den großen Ozean.

Wir sind schon von den ersten Kilometern so begeistert, dass wir dem Rat von Margrit und Bruno folgen und gleich zu Beginn der „Great Ocean Road“  für zwei Nächte auf dem Kennett River Camping Platz unser Zelt aufschlagen. Es gefällt uns so gut hier, dass wir nicht einfach mit  den Motorrädern  „durchrauschen“ wollen. Auch auf dem Campingplatz wird es nicht langweilig. Neben Koalas auf den Bäumen

macht es uns vor allen Dingen  Spaß, die vielen verschiedenen Vögel zu beobachten.

Man sollte sie nur nicht aus dem Auge verlieren, besonders wenn man sie fotografieren will, sonst sucht man das Objekt an der völlig falschen Stelle.

In der ersten Nacht bekommen wir dann wieder einmal Besuch. Erst wird Petra von draußen angestupst, dann kratzt etwas am Zelt und dann sehen wir wie eine spitze Schnauze wütend an unsere Zeltplane zieht. Wir schlagen nun unsererseits gegen die Zeltplane. Offensichtlich ist der nächtliche Angreifer jetzt so erschrocken, wie wir wenige Minuten vorher. Er flieht in die Dunkelheit. Petra meint ein großes Possum erkannt zu haben. Wolfgang meint das Tier war größer, eher so groß wie ein kleiner Hund. Am nächsten Morgen schauen wir unser Zelt genauer an. Hat der nächtliche Besucher die Zeltplane zerbissen? Nein, das ist nicht der Fall. Etwas später finden wir dann aber doch noch drei abgefressene Zeltschlaufen und abgenagte Schnüre. Na ja, das Zelt steht ja noch und der Schaden hält sich in Grenzen. Aber noch mal eine solche Nacht würde unserem Zelt dann sicher nicht gut tun. Aber mittlerweile hat sich der Zeltplatz  stark gefüllt. Es ist Long Weekend und halb Australien scheint auf den Beinen zu sein. Daher gehen wir bei den „Menschenmassen“ nicht mehr von weiteren Angriffen in der Nacht aus. Am Abend sitzen wir noch lange vor unserem Zelt und beobachten, wie die „Alten“ auf dem Balkon bei den Muppets das tobende Leben auf dem mittlerweile zum Bersten vollen Campingplatz. Überall spielen Kinder, fahren mit dem Fahrrad oder spielen Football, während die Väter und nur die Väter riesige Grillmaschinen bedienen. Einfach nur Grill zu sagen würde der Sache nicht gerecht. Trotz der geschäftigen Hektik auf dem Platz ist es irgendwie schön inmitten dieser Atmosphäre aus Ausgelassenheit und Lebensfreude zu sein. Und das denkt sich offensichtlich auch unser Besucher aus der letzten Nacht. Und diesmal ist er fast zu unvorsichtig. Im Schatten eines großen Wohnwagen sieht Wolfgang plötzlich ein großes Tier. Schnell ist die Taschenlampe auf den Angreifer gerichtet und dieser entpuppt sich als ein wirklich großer Fuchs, der im Scheinwerferlicht allerdings dann doch schnell das Weite sucht. Nach einem Tag ohne Motorrad geht es weiter auf der Great Ocean Road. Wir sind total begeistert.

Diese Küstenstraße ist wirklich eine der schönsten, die wir je gefahren sind. Kurz hinter Port Campbell ( zu Erinnerung hier endete letztes Jahr unsere Motorradtour ungewollt ) wird  Wolfgang  während der Fahrt von irgendwas gestochen. Na super, jetzt nicht abergläubisch werden, wird schon gut gehen. Bis man mit dem Motorrad angehalten hat und das beißende bzw. stechende Etwas gefunden hat vergeht so seine Zeit. Sechs kleine Stiche zählen wir,  aber Schmerzen  hat Wolfgang keine. Aber diesmal sind wir schlauer. Nach dem  wir den Übeltäter getötet haben, fotografieren wir ihn.

Man weiß ja nie, vielleicht macht das eine evt. notwendige Identifizierung einfacher. Wir lassen uns die gute Laune nicht verderben und genießen weiter diese schöne Landschaft.

 

Auch eine Möglichkeit! Besichtigung aus der Luft mit einem Doppeldecker.

Hier soll vor vielen Jahren eine Gruppe mit kleinen Autos genannt  Citroën 2CV   drüber gefahren sein. Ob deshalb die Brücke eingestürzt ist konnte letztlich nicht geklärt werden.

Man glaubt es kaum, mittlerweile haben wir im Rating die Stufe High erreicht. Es ist Windig und bis 37 Grad heiß. Australischer Herbst eben.

 

 

Tschüss Tasmanien

Wir verlassen Tasmanien. Mit uns viele australische Biker. Wie schon erwähnt ist es das „Eldorado“ der australischen Motorradszene.

Die Verladung dauerte etwas länger als geplant und so verlassen wir den Hafen mit einer halben Stunde Verspätung. Daher ist nichts mit letzten Bildern im Sonnenuntergang. Dafür die letzten Eindrücke von Tasmanien bei einbrechender Nacht.

 

Uns hat es trotzdem gut gefallen.

Tschüss Tasmanien!

 

Ab Queenstown mit der West Coast Wilderness Railway

Auf dem Weg nach Queenstown rasten wir in diesem kleinen Cafe.

Es hat uns dort so gut gefallen, dass wir es nicht unerwähnt lassen wollen.

Angekommen in Queenstown umgibt uns der morbide Charme einer „sterbenden Stadt“.

Ok, die Post sieht ganz ordentlich aus, ist aber, bis auf wenige andere, schon das Beste was es an Bauwerken gibt.

Dieses Städtchen lässt uns unweigerlich an eine Goldgräberstadt denken, welche den Goldrausch schon viele Jahre hinter sich hat. Nur ist es hier kein Gold sondern Kupfer, was nicht mehr wirtschaftlich abgebaut werden kann. Alle Minen haben mittlerweile geschlossen. Man versucht es mit dem Tourismus und hat eigentlich einiges zu bieten. Geführte Trekkingtouren in einer unglaublich schönen Landschaft. Eine wunderbare Tierwelt und natürlich nicht zuletzt die West Coast Wilderness Railway.

 

Mit diesem nostalgischen Zug wollen wir fahren. Gezogen von einer wunderschön restaurierten Dampflok geht es heute in der Frühe los.

Die Strecke führt uns durch den dichten Regenwald in eine herrliche Berglandschaft.

Es geht über tiefe Schluchten an wilden Flüssen entlang.

zu einem kleinen Bergdorf

und genau so dramatisch wieder zurück. Unterwegs werden wir von einer sehr netten Zugbegleiterin mit Getränken und Leckereien  verwöhnt und nicht zuletzt mit vielen netten Anekdoten gut unterhalten.

Zurück im Bahnhof von Queenstown wird die kleine Lok abgekoppelt, gedreht und wieder vor den Zug gespannt.

PS: Im Bahnhof von Queenstown kann man auch „ne Tass Kaff“ kriegen.Ist halt eine Bergarbeiterstadt.

 

 

 

 

Hobart – Port Arthur

Wir sind in der Hauptstadt Tasmaniens angekommen. Sie ist sehr schön gelegen. Umgeben von hohen Bergen (ist relativ, für australische Verhältnisse stimmt das schon) liegt sie an der schönen Mündung des River Derwent. Wir unternehmen einen kurzen Spaziergang durch die City, um am Abend in diesem gemütlichen griechischen Restaurant einzukehren.

Nach leckerem Moussaka und Barramundi geht es noch ein wenig über den Salamanca Place, bevor wir uns dann langsam nach „Hause“ begeben.

Es ist Sonntag und wir fahren zu der Touristenattraktion Tasmaniens, Port Arthur.

 

Hier befindet sich eine der größten ehemaligen Strafanstalten, die es  in Australien gab. Zeitweilig lebten hier mehr als 1200 Gefangene und über 1000 Wachsoldaten und  Verwaltungsbeamte. Die landschaftliche Lage dieser Strafanstalt könnte schöner nicht sein – wir vermuten mal das die Gefangenen dies nicht so ganz zu würdigen wussten. Galt diese Strafanstalt doch als die „Hölle auf Erden“. Petra bei einem Ausbruchsversuch. Sie hat wohl zu fest  gerüttelt.

Jetzt haben wir den „Salat“

Wir spazieren noch ein wenig durch die Anlage.

Auf die Besichtigung der noch erhaltenen Häuser verzichten wir, sie sind einfach zu voll mit Menschen. Auf dem Bild oben sieht man im Hintergrund einen „Kreuzfahrer“ der seine menschliche Ladung gerade gelöscht hatte. Es ist uns mal wieder zu viel „Gerölle“ und wir flüchten. Auch dieser Weltreisende( www.horizonsunlimited.com)beugte sich der touristischen Verantwortung, ob er es wohl länger ausgehalten hat? Vielleicht erzählt er es uns ja bei Gelegenheit.

Wir fahren wieder zurück nach Hobart. Wir essen am Victoria Kai ein leckeres Eis.

Es geht weiter – zum Salamanca Place.

Dort treffen wir in einem Irischen Pub Margrit und Bruno ein Schweizer Ehepaar, ihr Sohn ist auf einer fantastischen Motorradweltreise (www.alonerider.net) und gerade in Australien angekommen. Sie haben sich mit ihm getroffen. Sofort ist man im Gespräch und es wird ein sehr schöner Nachmittag, der sich sogar noch bis zum späten Abend ausdehnt.

Danke an euch beiden an dieser Stelle für die schönen gemeinsamen Stunden.

 

 

Happy Birthday oder vom „4 X Gold“ über die Wineglass Bay zur Sträflings Insel Maria-Island

Es ist der 28. Februar 2018 früh morgens. Ein Hauch Italien liegt in der Luft. Nein es riecht nicht nach Pizza oder ähnlichen kulinarischen Gerüchen. Es ist vielmehr der Geruch von Motorradöl und Abgasen und das donnernde Geräusch etlicher Moto Guzzi Motorräder welche die Luft erzittern lassen.

So geweckt verlassen wir unser Domizil und schauen mal was da los ist. In unserer unmittelbaren Nachbarschaft hat sich der Moto Guzzi Club of Victoria (www.motoguzziclubvic.asn.au) niedergelassen oder besser gesagt eine vielköpfige Abordnung desselben. Schnell ist man im Kontakt und es entwickeln sich ein paar nette Gespräche. Dann ist allerdings Einkaufen angesagt, erst mal im Supermarkt die unwichtigen Dinge wie Brot, Aufstrich usw. gekauft. Dann der elementare Einkauf im „Bottle Shop“, schließlich hat Wolfgang ja heute Geburtstag. Ein bisschen Motorrad umpacken, Mittagessen, ein paar 4XGold, dann ein Mittagsschläfchen, so kann man es aushalten. Heute bleiben die Motorräder eh stehen. Wieder werden wir geweckt, diesmal am späten Nachmittag. Es sind unsere Freunde vom Guzzi Club, soll hier keiner sagen „der Fuzzi mit der Guzzi“, klopfte an. Nein, diese Jungs sind wirklich nett. Sie laden uns für den Abend zu einer kleinen Party ein.

Im Laufe des Abend ergibt es sich, dass die Truppe von Wolfgangs Geburtstag erfährt, gut, dass wir heute im Bottle Shop so viel „4XGold“ eingekauft hatten.

Warum heißt dieses Bier aus Queensland XXXX?  Nun, das hatten die Jungs aus Victoria auch schnell erklärt: Weil die Queensländer sich so schwer mit dem Lesen tun.  So haben wir dann auch noch wichtigste ethnische Informationen über die australische Bevölkerung erhalten. Es war, so meinte Wolfgang später, wohl einer der „coolsten“ Geburtstagsfeiern überhaupt.

Nach einer entsprechende Erholungsphase ging es am anderen Tag wieder über kurvenreiche Straßen durch herrlichste Landschaften zur Wineglass Bay.

Ein paar Bilder von unterwegs!

Irgendwie passend nach dem gestrigen Abend zur Wineglass Bay zu fahren. Von dort ging es nach Triabunna. Der Rest ist kurz erzählt heute blieben die Motorräder wieder stehen. Wir fuhren mit dem Schiff auf einer der Insel vorgelagerten Insel, genannt Maria Island, um diese ausführlichst zu erwandern und zu bestaunen.

Hier haben wir unter einem Baum im Schatten unser selbstgemachtes Lunchpaket geplündert. Und anschließend ein Stündchen gepennt.

Richtige echte Fossilien und davon nicht wenige.

Irgendwie gibt es überall immer wieder verrückte Hühner. Sie sehen alle anders aus aber rennen alle genau so „bekloppt“ durch die Gegend wie die anderen.

Ja, sie ist wirklich schön diese ehemalige Strafkolonie. Es wird gesagt, wer Australien besucht ohne Tasmanien gesehen zu haben, hat etwas vom Besten verpasst. Wir denken, wer Tasmanien besucht ohne Maria Island gesehen zu haben hat  ebenfalls etwas vom Besten Tasmaniens verpasst.  –  Wir hoffen es gibt nicht noch irgendwo eine Insel vor Maria Island.

Im Land des Teufels – Tasmanien

Wir sind in seinem Reich angekommen. Nach einer Vergleichsweisen ruhigen Überfahrt durch die berüchtigte Bass Straße, die Tasmanien vom australischen Festland trennt. Allzu freundlich fällt die Begrüßung allerdings nicht aus. Aber was erwarten wir von einem,  der einen solch teuflischen Namen trägt.

Der Nachwuchs ist noch nicht so gut ausgebildet und verhält sich stümperhaft. Drollig, aber so gar nicht teuflisch!

Wir sind um  ca. 6.30 Uhr in Devonport angelandet. Das „entleeren“ der Fähre ging äußerst rasch – die Organisation ist perfekt. Wir machen uns auf den Weg nach Stanley. Es ist noch früh am Morgen 17 Grad frisch und noch ein wenig diesig. Auf halben Weg kommt uns dieser Kumpel entgegen definitiv auf der falschen Fahrbahn.

Nach einem kurzen Small Talk, wie es nun mal unter Bikern üblich ist, geht es weiter nach Stanley, zu dem „berühmten“ Felsen „The Nut“ . Die Tourismus Marketing Experten  müssen wohl überall auf der Welt mit solchen  Superlativen arbeiten.

Die Gegend ist nett auch der Fels ist durchaus sehenswert. Die Dame in dem kleinen Hafencafe war da für uns schon interessanter. Naja, die Dame vielleicht weniger aber ihre frisch gebackenen Scones und ihr dampfender, gerade aufgebrühter Kaffee. Nach der kühlen aber schönen Anfahrt gerade richtig. In diesem kleinen Cafe planen wir unsere weitere Reise.

Ein Novum für uns. Wir sind tatsächlich ohne Excelliste losgefahren und bestimmen von nun an von Tag zu Tag unser „Programm“. Heute werden  wir über kleine kurvenreiche Straßen bis nach St. Helens fahren. Eine unglaublich schöne Landschaft und wirklich tolle Straßen überraschen uns. Ein wahres Paradies für Motorradfahrer. So etwas gibt es wohl in  Australien sonst nirgendwo. Tasmanien ist das australische Sardinien für Biker. Das erklärt auch die vielen  Biker aus ganz Australien auf der Fähre. Wie wir später noch erfahren sollten ist hier die Polizei auch nicht so streng wie sonst überall in Australien ( Petra hatte letztes Jahr 198 australische Dollar bezahlen müssen- sie war 5 km/h zu schnell gefahren.)

Es war mittlerweile doch ein wenig spät geworden. So etwas planlos in der Landschaft herumzufahren und dann auch gleich noch über 520 km  dauert halt. Mit etwas Glück haben wir dann aber noch eine Unterkunft gefunden. Sehr einfach, aber mit um so schönerer Aussicht auf eine kleine Bucht.

Die Motorräder konnten direkt über unseren Schlaf wachen. So konnten wir auch die Tür sperrangelweit auflassen.

Es war doch wieder ganz schön warm geworden.

 

 

 

 

 

 

© 2018 "Zwei-Rad-Reisen"

Theme von Anders NorénHoch ↑

Translate »